Magazin · workflow
Wie ich mit Claude Code an Mahlzahn arbeite
Plan-Modus zuerst, Auto-Mode danach, und immer ein Skill im Rücken: so sieht mein typischer Arbeitstag am Projekt aus.
Claude Code ist nicht „eine KI, die tippt". Es ist ein Arbeitsumfeld mit Plan-Modus, Auto-Mode, Skills, Hooks und Memory. Die eigentliche Arbeit besteht darin, diese Schichten sauber zu orchestrieren.
In diesem Beitrag zeige ich, wie ich an Mahlzahn entwickle: welche Modi ich wann benutze, wie ich Skills nutze, warum der Plan-First-Reflex wichtig ist — und wo ich bewusst abweiche.
Plan zuerst, Code später
Jede nicht-triviale Aufgabe fängt im Plan-Modus an. Das heißt: Claude darf explorieren und lesen, aber nichts schreiben. Am Ende schreibt er einen Plan ins ~/.claude/plans/-File, und ich nicke ihn ab — oder baue ihn um.
Warum das hilft
Planen vor dem Code-Schreiben verhindert halbgare Strukturen. Und es erzwingt eine Abstimmung, die sonst beim ersten Type-Error stattfindet — nur viel teurer.
Eine typische Plan-Phase hat drei Runden:
-
1
Exploration
Mehrere Explore-Agents parallel: Navigation, Design-System, Entity-Layer. Jeder schickt einen ≤ 500-Wörter-Report zurück.
-
2
Plan
Ein oder zwei Plan-Agents entwerfen den Lösungsweg. Trade-offs explizit, keine „Best Practices, weil ich es gelernt habe".
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3
Klärungsfragen
1–3
AskUserQuestion-Fragen bei echten Kreuzungen. Keine Bürokratie-Fragen, keine „Soll ich jetzt anfangen?"
Skills als redaktionelle Qualitätssicherung
Mahlzahn hat mehrere projekt-eigene Skills — dirs21-design, constellation-team-flowchart, mahlzahn-magazin. Jeder sorgt dafür, dass bestimmte Artefakte in die richtige Form gegossen werden, egal wie müde ich oder wie schnell Claude am Ende eines Tages ist.
.claude/skills/mahlzahn-magazin/SKILL.md (Ausschnitt) · yaml--- name: mahlzahn-magazin description: Schreibt und pflegt Artikel im Mahlzahn-Magazin … ---
Die meisten Skills triggern auf Keywords oder Dateipfade. Der Magazin-Skill aktiviert automatisch, wenn eine Datei unter content/magazin/ geöffnet wird — dann bekomme ich im selben Fenster die Klassen-Referenz, die Do/Don't-Liste und alle Copy-Paste-Snippets.
Settings, die ich immer gesetzt habe
- Modell
- claude-opus-4-7 (Planung), claude-sonnet-4-6 (Routinen)
- Plan-Modus
- Default für Features > 1 Datei
- Auto-Mode
- Nach Plan-Approval
- Check-Scripts
- typecheck, lint, check:magazin bei Content
Wann ich bewusst abweiche
Für schnelle Experimente — ein kleines Refactor, ein Type-Fix, ein neuer Seed — überspringe ich den Plan-Modus und arbeite direkt im Auto-Mode. Die Faustregel ist einfach: Wenn ein menschlicher Senior-Dev das Ding in zehn Minuten durchhätte, braucht es keinen Planungsoverhead.
Nicht vergessen
Kein Skip beim Planungsreflex, wenn mehrere Dateien betroffen sind oder wenn das Schema der Datenbank angefasst wird. Diese Entscheidungen sind one-way doors.
Was im Setup noch fehlt
- Pre-Commit-Hook für
check:magazin— bisher läuft das nur lokal und in CI. - Ein
new-article-Scaffolder, der Frontmatter vorbefüllt und den Cover-Ordner anlegt. - Eine Author-Seite unter
/autoren/[slug], sobald wir mehrere Gastautor:innen haben.